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27.01.2017

Kein Schlussstrich: Wir brauchen eine souveräne Erinnerungskultur

Finsterwalde. Zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus erinnerte der SPD-Bundestagskandidat aus Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz, Hannes Walter an die Bürgerinnen und Bürger aus Südbrandenburg, die Opfer der Nationalsozialisten wurden.

Trotz der verschneiten Wege legte er auf Höhe der Stolpersteine der Region weiße Rosen nieder und ehrte damit das Andenken, der von den Nazis verfolgten Bürgerinnen und Bürger.

Gleichzeitig plädierte er für eine souveräne Erinnerungskultur und stellte klar, wie sehr Rechtspopulisten dem Ansehen Deutschlands schadeten:

„Es gibt viel, worauf wir in Deutschland stolz sein können, und niemand erwartet von uns Nachgeborenen, dass wir uns für die Taten früherer Generationen persönlich schuldig fühlen“, so der 32-jährige Bundestagskandidat der SPD.

„Aber es gibt eine moralische Verpflichtung, für die jede Generation ihren Umgang finden muss. Der Historiker Heinrich August Winkler hat mal gesagt: ‚Unter die eigene Geschichte lässt sich kein Schlussstrich ziehen‘. Ich stimme ihm da vollkommen zu.

Dass wir eine souveräne Erinnerungskultur brauchen haben Neonazis und Rechtspopulisten noch nicht verstanden, ganz im Gegensatz zu vielen Bürgerinnen und Bürgern der Region, die sich für eine ehrbare Erinnerungskultur einsetzen. Diese Stolpersteine in Finsterwalde, die wir engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie der evangelischen Gemeinde und dem Kreismuseum Finsterwalde verdanken, erinnern an Mitglieder der von den Nazis boykottierten, entmündigten, enteigneten, in die Emigration und den Tod getriebenen Familien. Wir dürfen sie und ihre Schicksale nie vergessen, um eine friedliche und demokratische Zukunft zu haben.“

Hintergrund:

Die Stolpersteine stehen für ein Kunstprojekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Sinti und Roma, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig erhält. Sie werden als kleine goldene Schwellen in den Gehweg eingelassen und sollen so zum Hingucker werden und zum Erinnern anregen.